„Und was fährst Du so?“

Arthur Heisler & Jochen Mass, Mercedes-Benz

Ralf Becker, Christopher Stegemann

Chromjuwelen Électrique

Brabus Dubai

Dr. Dieter Zetsche, Alicia Keys

Fahrzeuge sind die besten Vehikel, um öffentlich Haltung zu zeigen. Das gilt nicht nur für motorgetriebene Fahrzeuge, sondern für jegliche Fortbewegungsmittel. Nichts ist anarchistischer als ein Fixie ohne Bremsen. Mit nichts kann man kreativer sein als mit einem Skateboard. Nichts ist mehr vulgäres Statussymbol, martialische Trutzburg oder Safe Space als ein Automobil. Und keine Haltung ist auch eine Haltung.

Hinter der scheinbar simplen Frage „Und, was fährst Du so?“ steckte für uns deshalb nie das Interesse an Zylindern, PS oder Kilowattstunden. Uns ging es um den Menschen dahinter. Wir wollten wissen, welche Haltung am Steuer sitzt.

Als Chris und ich 2005 die Chromjuwelen-Community und das gleichnamige Online-Magazin starteten, war genau das unser Hauptantrieb: Warum fährt jemand welches Fahrzeug? Neu oder alt? Original oder modifiziert? Und was hat das mit Kultur zu tun? Wir haben gelernt: Haltung polarisiert und inspiriert. Aber sie bedeutet eben auch, dass man es nicht allen recht machen muss.

Heute, rund 20 Jahre später, ist die Leichtigkeit in der Mobilitätswelt verflogen. Es herrscht eine seltsame Mischung aus Unsicherheit und kollektiver Fremdscham. Darf ich mich für Autos überhaupt noch begeistern? Welcher Antrieb ist korrekt? Ist Besitz noch opportun?

Es macht keinen Spaß, einer Industrie dabei zuzusehen, wie sie nur noch mutlos ihr Erbe verwaltet, anstatt Geschichten zu erzählen, die mitreißen. Wir brauchen wieder viel mehr Inspiration und echte, unverkrampfte Begeisterung.

Es ist der perfekte Moment, um wieder Haltung zu zeigen. Formate wie Reload Land von Maximilian Funk machen vor, wie so etwas heute aussehen kann: Sie warten nicht darauf, dass die Industrie sich traut, sondern schaffen einfach selbst die Räume für eine neue, zeitgemäße Fahrzeugkultur.

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Alte Autos sind wirklich das Allerletzte.